Die Stadt Informiert: Flüchtlingszeltdörfer

geschrieben am: 29. September 2015

Gerade waren wir auf einer Veranstaltung, ich habe sie vorhin geteilt. Stadt informiert …

Eigentlich sollte sie mir die Angst nehmen, das was erzählt wurde hat sie aber geschürrt.

Darf ich sagen das es mir gruselt?
Darf ich sagen das es mir Angst macht?

Ausholend.

Beobachtet mal eine größere Menschenmege auf engstem Raum. Über mehrere Stunden, Wochen, Monate was passiert?

Genau. Den gleichen Gedanken habe ich auch.

Egal ob sie friedlicch sind oder nicht.
Emotionen stauen sich auf.
Aufgestaute Emotionen wollen raus.
Das ist ein natürliches menschliches Verhalten das ist nichts was nur Flüchtlingen anhaftet oder nur uns oder dir oder mir. Davon ist keiner Befreit.

Auch wenn ihr jetzt sagen würdet, ihr würdet auch über Wochen die Ruhe selbst sein. Versetzt euch in die Situation der Flüchtlinge, ihr habt gehofft ein schönes Leben zu bekommen und bekommt nicht mehr als ein eingeteiltes Vierbettkämmerchen in einem Notzelt und das nach langem hin und her geschobe und einer unmenschlichen Flucht?

Nun stelle ich mir die bisherigen Flüchtlingsunterkünfte vor so wie sie mir gerade beschrieben wurden, wenn ich das richtig verstanden habe:

Bis zu 200 Personen fassend, so wie ich das verstanden habe oder waren das bislang auch schon mehr? Schwammig erzählt wenn das nicht genau hängengeblieben ist.

Informationen sehen anders aus.

Feste Häuser oder waren das auch Zelte?

Wie viel Security muss eine Veranstaltung von 200 Leuten haben? Ist das irgendwo vorgeschrieben? Überlege ich mir gerade mal so.

Nun stelle ich mir auf 400 Leute 6 Security vor so wurde es uns genannt. Was die ausrichten können.

Bei Menschen die über den Tag nichts anderes zu tun haben als eine kleine Kabine (ähnliche wie in der Titanic die Zellen der dritten Klasse nur ein kleines bissel größer) zu putzen und sich um die Papiere zu kümmern. Tag ein Tag aus. Und um 22 Uhr ist Nachtruhe einzuhalten das klappt auch überall, so wurde uns gerade erzählt.

Vorerst auf sechs Monate danach je monatlich verlängerbar.

Aber moment noch ein Fehler in der Rechnung:

Nicht 400, wir sprechen von 700 und 12 Security. Die Zahl der Security verdoppelt sich natürlich weil das Sinn macht. Was sollen diese Security an sich bewirken? Und was können sie bewirken?

Bestes Bespiel das genannt wure war wohl die Loveparade in Duisburg. in Bezug auf Security.

Was ist wenn es tatsächlich einmal Unruhen innerhalb gibt?
Und was ist wenn gewaltbereite Extreme aufmarschieren?
Was ist wenn doch mal einer ausfällig wird?
Wer schützt wen, wann und wo?

Die Polizeipräsents soll erhöht werden um das Lager herum das soll für Die Sicherheit des Lagers sorgen.

Alles drehte sich um die Scherheit des Lagers etc. Aber wir haben auch Ängste, die Medien berichten viel, vieles ist erfunden, manches ist eben auch war. Und das macht Angst. Verzeiht das ich Angst habe.

Eines steht für alle Fest: Helfen wollen wir gerne. Aber in welchen Rahmen und wie. Das sollte schon gut durchdacht sein. Das sollte man nicht so unbedacht tun.

Einer machte eine Aussage die mich nachdenklich stimmte.

Angeblich (ich weiß eben nicht ob die Aussage korrekt ist, verzeih wenn du mitließt ich kenne dich nicht) sollen kleinere Unterkünfte doch möglich gewesen sein. In anderen Gegenden besser verteilt. Warum wurde dann das große Lager eher in Erwägung gezogen?

Witzig auch die Stadtteile Belegung von Essen. Wo befinden sich die meisten Flüchtlingswohnheime. Ich kenne mich nicht in Essen und Stadtteilen gut aus, dem ironischem Gelächter zu Folge bei dem Thema sind es aber mehr die ärmeren Stadtteile die eh schon überbelastet sind. Wo eh schon Brennpunkte sind und unmut.

Reichere Stadtteile haben auch höhere Mieten hieß es als Begründung und kämen daher nicht in Frage. Okay nachvollziehbar. Gelder müssen gesparrt werden geht ja auf kosten von wem? Uns.

Gut fand ich das Argument das die Kindergärtnerin einbrachte. Sie hat auch ein Applaus von mir geerntet. Sie sagte das sie schon mit Flüchtlingskinder arbeite und das es alles Menschen sind wie du und ich. Und das viele Dankbar sind. Das habe ich auch schon oft gehört. Aber leider auch anders. Es kommt auf die Menschen an die eintreffen werden. Und deren Einstellung.

Ja, das sind sie und sie brauchen Hilfe. Wenn sie aber Menschen wie du und ich sind. Was ist dann mit dem, was ich in meiner Einleitung sagte? Viele Menschen auf engem Raum? Wenn sie wie du und ich sind wird es zu Unruhen kommen. Es sind eben nur Menschen wie du und ich.

Das Thema Religion wurde auch angesprochen. Habe ich das richtig verstanden das sie innerhalb des Lagers ihre Religion nicht anwenden dürfen um reiberreien zu vermeiden? Kläre mich einer mal auf? Werden die sich auch daran halten? Wird das wirklich die Streitigkeiten zwischen den Religionen verhindern?

Lachen musste ich als ein Mann fragte was passieren würde wenn 400 Leute täglich spazieren gehen würden ob das nicht zu erhöhtem Lärm beitragen würde. Schließlich leben dort auch Anwohner und der Bürgersteig sei eh sehr eng.

Naja, ich muss ernsthaft gestehen es wird schon gewisse Unruhe geben in der Lautstärke aber ich denke auch das es gesittete Menschen dort sein werden die sicherlich nicht den ganzen Tag wie eine Stampede hin und her zu laufen gedenken oder? Hat da jemand Erfahrungen?

Andererseits klar wird der Fußverkehrsfluss dort erhöht sein. Denn wenn man nicht so viel zu tun hat. Und der Redner von gerade kann mir nicht erzählen das die Erwachsenen jeden Tag 8h am Tag alle gleichzeitig sich um die Papiere kümmern. Und auch ihre Zimmerkabinen werden sie sicherlich rein halten aber sicherlich nicht 8h am Tag putzen müssen. Dafür sind die viel zu klein.

Sie werden viel Zeit fürs Nichts haben und das macht mir bissel sorgen. Auf engstem Raum, wenig zu tun. Was passiert?

Ich für mich habe mir vorgenommen es mir anzusehen. Zu schauen was passiert. Ich bin immer noch dafür das man kleinere Gruppen aufteilen sollte. Und gerade 700 Leute das ist schon eine Masse.

Und die Gefahr das so ein großes Lager auch andere gewalttätige Unruhestifter anzieht macht es mir nicht leichter die ängste los zu werden die ich jetzt schon habe. Die lungern dann um das Lager herum? Nicht nur das es so viele Flüchtlinge sind macht Angst sondern auch das was mit ihnen einher kommt.

Ich beobachte gerne Menschen. Habe hier in Essen auch schon viele Erfahrungen mit Migranten etc machen dürfen. Die meisten davon sind leider negativ. Selbst wenn ich helfen wollte wurde ich beschimpft.

Ja ich habe Angst.
Angst auch aus diesen Erfahrungen heraus, und ja ich weiß das nicht alle Menschen so sind. Aber die Angst ist da.

Menschen die in Not geraten sind sollte man helfen.

Es ist nicht die Frage zu helfen oder nicht da waren sich auch alle einig. Es ist die Frage wie eine Hilfe auszusehen hat.

Nur meine Meinung: Aber so nicht.

zumal wenn ich es richtig verstanden habe es andere Möglichkeiten gegeben hätte die erst jetzt im nachinein wage wieder angedacht werden.

Auch wage die Aussage wie viele Bewohner des Lagers wie lange es geben soll. Erst war die Ausage das man versuchen wolle es gar nicht erst zur Vollbesetzung kommen zu lassen.

Dann mitten während der Veranstaltung wurde die Aussage abgeändert in nur so kurz wie nötig Vollbesetzten.

Ja was denn nun?

Diese Aussage regte in mir leider den Verdacht das es schon fest steht das es Vollbesetzt wird und man sich nicht sicher sein kann das es danach noch anders werden wird. Wahrscheinlich aber eher nicht. Und das obwohl es wohl Ausweichmöglichkeiten gegeben hätte?

Verzeiht mir meinen Unmut und meine Ängste.

Ich habe schon eingies an Mist in meinem Leben hinter mir. Das mich lehrte vorsichtig mit Dingen umzugehen, sie zu hinterfragen und mir erst dann eine Meinung zu bilden.

Meine Meinung im Moment: Die Veranstaltung hat meine Ängste geschürrt aber nicht beruhigt.

Was nun?

Abwarten und hoffen das alles gut geht.